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"GPS-Sender im Schulranzen" - Nicht alles, was geht, ist auch sinnvoll

24.01.2018

In Wolfsburg soll in zwei Grundschulen eine App „Schulranzen“ getestet werden, die Eltern ermöglichen soll, die Position ihrer Kinder zu bestimmen - zu ihrer Sicherheit. Gleichzeitig sollen dadurch Autofahrer in der näheren Umgebung auf die Anwesenheit von Kindern hingewiesen werden, sodass Unfälle vermieden werden.

 

„Nicht alles, was geht, ist auch sinnvoll, wenn man einmal von den Einkünften absieht, die die Anbieter dieser App durch den Vertrieb ihres Produktes hätten“ erklärt Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Kinderhilfe e. V. in Berlin.

 

Der Deutschen Kinderhilfe erschließt sich nicht, warum Kinder ohne jeden konkreten Anlass von ihren Eltern geortet werden sollen.

 

In Notfällen kann die Polizei das Mobiltelefon, über das in aller Regel auch schon Grundschüler verfügen, jederzeit orten lassen, und das reicht aus Sicht der Kindervertreter auch vollkommen aus.

 

Eltern, die so etwas gut finden, sollten einmal darüber nachdenken, ob sie es auch gut fänden, wenn sie von ihrem Ehepartner oder ihrem Arbeitgeber jederzeit geortet werden könnten, um ihre Position zu bestimmen.

 

Das Argument, dass Autofahrer in der näheren Umgebung auf die Anwesenheit von Kindern hingewiesen werden können, um dadurch Unfälle zu verhindern, erschließt sich Becker als ehemaligen Verkehrssicherheitsexperten nicht.

 

Wenn, dann könnte es sich allenfalls um Neu-Fahrzeuge handeln, die in aller Regel ohnehin mit Bremsassistenten für konkrete Gefahrensituationen ausgestattet sind.

Zusätzliche Hinweise auf „Kinder in der Nähe“ dürften gerade in Städten und in der Nähe von Schulen, gerade zu Stoßzeiten eher zu einer Reizüberflutung der Autofahrer führen, was zu einer Erhöhung des Unfallrisikos ohne konkreten Anlass beitragen könnte.

 

„Statt sinnlose Überwachungsspiele mit unseren Kindern zu spielen, sollten wir sie lieber in ihrer Entwicklung altersangemessen begleiten und ihnen vermitteln, wie sie sich bestmöglich selber vor Gefahren schützen oder ihnen zumindest ausweichen können“, fasst Becker seine Kritik zu der geplanten Überwachungs-App zusammen.

 

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